Seit bereits 16 Jahren wird die Dauer der gymnasialen Laufbahn umstritten debattiert. Unterschieden wird hier zwischen der achtjährigen Laufbahn, gängiger als G8 bezeichnet, und der neunjährigen, bekannt als G9.  In NRW wurde das neue Modell G8 bereits im Jahr 2005 erstmalig eingeführt.

Durchgehende Kritik führt zur erneuten Umstellung

Im Jahr 2013 schloss dann der erste Abiturjahrgang in NRW seine Schullaufbahn nach 8 Jahren ab. Diese Umstellung erlitt aber binnen kürzester Zeit schon die ersten Schreie nach Reform. Durch G8 verlängern sich nämlich die Schultage an Gymnasien, was auch die Arbeitsbelastung der betroffenen Schüler verstärkt. Jedoch war die ursprüngliche Umstellung sehr kostenaufwendig, weswegen die G8 Reform nicht mehr rückgängig gemacht werden konnte.

            Schulstrukturen mussten umgestellt werden und neue Lehrpläne von den Bundesländern entwickelt werden, welche Verlage an ihre Materialien anpassen mussten.         

            Dennoch hatten besorgte Eltern und gestresste Schüler mit Ihren Protestschreien nicht nachgelassen, und die Regierung nahm die Kritik letztendlich doch an. Deswegen kam es am 11. Juli 2018 zu einem Beschluss des Landtags, G9 im Schuljahr 2019/20 in den Klassen 5. und 6. wieder erstmalig in Gymnasien einzuführen.

Diese erneute Umstellung ist jedoch in NRW nicht verpflichtent durchzuführen. Als Gymnasium hatte man in der jeweiligen Schulkonferenz die Wahl, G8 beizubehalten. Die Frist dieser Entscheidung lief am 31.01.2019 ab, und das Gymnasium am Wirteltor beschloss während ihrer eigenen Schulkonferenz durch ein klares Votum gegen die Beibehaltung, und für G9.

Ein großes Thema der nächsten Schulkonferenz am 6. Juni wird daher die Umstellung auf G9 und dessen Gestaltung sein.

Rahmenbedingungen der G9 Struktur

Obwohl bestimmte Rahmenbedingungen für alle Schulen vorgeschrieben sind, gibt es trotzdem noch viele Einzelheiten zu besprechen, über welche die Schulen frei entscheiden können. 

Von der Regierung vorgegeben sind:

 

  • eine Mindestzahl von 180 Stunden zwischen den Klassen 5 bis 10,
  • 8 bewegliche Ergänzungsstunden, welche die Schule selbst zuordnen kann. Das bedeutet, dass Schulen eine Maximalanzahl von 188 Stunden verteilen können.
  • Das Einsetzten der zweiten Fremdsprache in der 7. Klasse,
  • Die Verschiebung des Differenzierungsunterrichts auf die 9. Klasse,
  • Die Wochenstunden pro Jahrgang (z. Bsp.: Jg. 5: 28-30/ Jg. 10: 30-33)
  • Und die Verteilung der Gesellschaftswissenschaften und der Naturwissenschaften in der Unter- und Mittel-Stufe.

Diese Bedingungen wurden mithilfe der einzelnen Fachschaften, Lehrkräften, Eltern-Konferenzen und mit Vertretern der Schüler diskutiert, um somit zu einem einheitlichen Entwurf zu kommen.

Die Pläne des GaWs

Die minimale Anzahl von Stunden würde für Schüler bedeuten, dass der Nachmittagsunterricht eine Sache von Gestern sein wird, während die maximalen 188 Stunden den Nachmittagsunterricht nicht zu 100% vermeidbar machen können.

            Diese Rahmenbedingungen müssen auch vom GaW übernommen werden. Jedoch gibt es auch Entscheidungen, die noch getroffen werden müssen, wie zum Beispiel die Verteilung der maximal 8 Ergänzungsstunden.

            Hierfür hat sich die Leitung des GaW’s für folgende Zuordnung entschieden, welche in der Schulkonferenz abschließend nochmal angesprochen werden:

  • Der bilinguale Zweig soll 8 Ergänzungsstunden erhalten.
  • Im bilingualen Zweig werden diese für die Ergänzung des Englisch Unterrichts in der 5. und 6. Klasse angewendet, sowie für die zwei weiteren bilingualen Sachfächer. (Das wären insgesamt 4 Ergänzungsstunden)
  • Für den Normalen und bilingualen Zweig soll es fortan eine Ergänzungsstunde für den Differenzierungsunterricht geben, welcher während der 9. Und 10. Klasse stattfinden wird. Das würde den Diff- Unterricht für alle Fächer jeweils 4 stündig machen.
  • Zuletzt wird auch eine Ergänzungsstunde in der 5. Und 8. Klasse aller Zweige vorgeschlagen, welche nur für die Stärkung der Klassengemeinschaft vorgesehen ist. Hierfür möchte die Schulleitung noch einen inhaltlichen Plan gestalten.

Diese Verteilung würde somit den normalen Zweig des GaW’s auf 184 Stunden in der SI und SII bringen, und den bilingualen auf 188. Hier herrscht jedoch auch noch ein gewisser Spielraum, da noch entschieden werden muss, ob der normale Zweig insgesamt bei 184 Stunden bleibt, oder 185 Stunden bekommt.

Die Entscheidung hierfür beruht auf dem Willen das Schulprofil zu stärken, sei es mit MINT oder aber als Förderung für das GaW als Europaschule. Diese letztendliche Entscheidung wird jedoch erst innerhalb der nächsten zwei Schulkonferenzen getroffen, da jetzt erstmal alles für die kommenden 5er und 6er fertiggestellt werden muss.

Die Umstrukturierung der Klassen

Ein weiterer Entschluss, der aber erst nächstes Jahr feststehen muss, ist die Umstrukturierung der Klassen innerhalb der Mittelstufe.

            Zuvor war das neu-mischen von Klassen vor der siebten Klasse vorgeschrieben. Doch mit G9 wird dies nun vor der achten passieren. Hierfür gab es auch Entscheidungsbedarf in wie fern diese Mischung strukturiert wird. Es gab zunächst drei Varianten, doch hat sich die Schulleitung im Endeffekt für die Umstrukturierung nach Sprachgruppen entschieden.

            Diese Variante bewirkt, dass Schüler nach der siebten mit anderen Schülern eingeteilt werden, mit denen sie das Jahr zuvor am Französisch oder Latein Unterricht teilgenommen haben. 

Letztendlich wird die Strukturierung zurück auf G9 eine erneute Herausforderung für alle Beteiligten sein, da die Planungen immens sind. Doch hat das Gymnasium am Wirteltor auch diese Herausforderung bewältigt, und es steht dem Wandel nichts mehr im Weg. Während die meisten jetzigen Schüler diese Veränderung nicht mehr hautnah mitbekommen werden, können sich die jetzigen und zukünftigen Fünfer auf eine entspannte und durchdachte Schullaufbahn freuen.

Stunden des NormalzweigsStunden des bilingualen Zweigs

Diese Tabellen stellen eine mögliche Verteilung der Stunden beider Zweige da.