Das Gymnasium am Wirteltor wurde im Juli 1828 durch evangelische Dürener Industrielle, vor allem dem Tuchfabrikanten Leopold Schoeller, gegründet. Unsere Schule trägt diesen Namen, da sie nach einem Tor der Dürener Befestigungsmauer benannt wurde. Das Tor stand an der Einmündung der Wirtelstraße in die Schenkelstraße. Dieses zweistöckige Turmtor wurde um das Jahr 1400 errichtet und im Jahr 1834 abgerissen.

Schulgebäude in der Schenkelstraße 1
Quelle: Gymnasium am Wirteltor

Ursprünglich war das GaW eine Knaben-Familien-Schule, weshalb lediglich Jungen die Schule besuchten. Allerdings entwickelte sich diese in wenigen Jahren weiter zu einer Kombination aus Elementar-, höheren Töchter- und Bürgerschule. 1864 wurden die Elementarklassen von der Schule abgetrennt – nun war das GaW eine höhere Bürgerschule, die in der Schenkelstraße beheimatet war. Auch die Mädchenschule wurde ab 1879 ausgegliedert und entwickelte sich zu einem eigenen städtischen Oberlyzeum, also einem Mädchengymnasium. Parallel dazu entstanden naturwissenschaftliche Sammlungen. Im Jahre 1882 wurde unsere Schule zu einem Realprogymnasium ausgebaut. Es war also nun ein Realgymnasium ohne die Prima, der obersten Schulklasse eines Gymnasiums.

Ab 1901 entwickelte sich das Wirteltorgymnasium zu einem neunjährigen Realgymnasium. Wichtig war hier außerdem die lateinische Sprache, die bis in die Oberprima, was so viel heißt wie “Oberstufe”, gelehrt wurde. Im Jahre 1904 zählte unsere Schule bereits 160 Schüler*innen.

10 Jahre später begann der erste Weltkrieg, welcher personelle Krisen und finanzielle Probleme mit sich brachte. Da das Schulgebäude außerdem von Besatzungsmächten verwendet wurde, kam es ebenfalls zu räumlichen Einschränkungen. 1928, also 100 Jahre nach der Gründung unserer Schule, besuchten 520 Schüler*innen das GaW. In der Zeit zwischen den Jahren 1928 bis 1975 wurden viele Veränderungen getätigt. Im Zuge des 2. Weltkrieges musste das GaW 1944 – zu der Zeit eine Oberschule für Jungen – evakuiert werden. Die Militärregierung erteilte jedoch relativ schnell die Erlaubnis, mit dem Unterricht fortzufahren, woraufhin er im Gebäude der heutigen Musikschule an der Tivolistraße wieder aufgenommen wurde.

1957 wurde ein wichtiger Schritt getätigt: es wurde die Erlaubnis zum Neubau der Schule erteilt. Der neue Grundstein des GaWs wurde nun an die Hans-Brückmann-Straße verlegt und war nach drei Jahren fertig ausgebaut. Seitdem hat sich der Standort unserer Schule nicht mehr geändert. Nach einigen Erweiterungen und Umbauten wurde 1971 dann erstmals eine gymnasiale Oberstufe eingeführt.

Ab 1975 wurde unsere Schule auch für Mädchen geöffnet. Während unsere Schule bisher nur als “Städtisches Naturwissenschaftliches Gymnasium” bekannt gewesen war, erhielt sie nun ihren heutigen Namen “Gymnasium am Wirteltor”. Im Jahre 1990 wurde die Genehmigung zur Eingliederung des bilingualen Zweiges erteilt. Zwar hat sich seitdem nur noch wenig am GaW geändert, jedoch wurden auch Gebäudeteile wie die Mensa hinzugefügt, die heute nicht mehr aus den Köpfen der Schüler wegzudenken sind. 2018 bestand das Gymnasium am Wirteltor schon 190 Jahre.