Das jährliche Anzünden von Feuerwerkskörpern, Böllern und Co. in der Silvesternacht zählt für viele schon zur Tradition und ist wohl auch nicht allzu leicht wegzudenken. Doch die Befürworter eines Verbots von privatem Feuerwerk werden immer mehr. Was spricht für ein solches Verbot? Im Folgenden ein Überblick über die wichtigsten Argumente. 

Auch im vergangenen Jahr kauften die Deutschen trotz politischem Diskurs wieder Raketen und Böller. Insgesamt wurden Schätzungen zufolge 133 Millionen Euro umgesetzt – in etwa der gleiche Betrag wie im Vorjahr.  

Doch die Stimmen in der Gesellschaft, die sich ausdrücklich gegen das Abfeuern von Feuerwerkskörpern aussprechen, werden immer lauter. Einer Umfrage des „Focus“ zufolge waren im Dezember letzten Jahres rund 57% der Befragten für ein solches Verbot.  

Zum Jahreswechsel 2019/2020 untersagten bereits viele Großstädte, darunter z.B. Berlin, Hannover und München, privates Feuerwerk in ihren Innenstädten. Grund hierfür seien Sicherheitsbedenken, da in den vergangen Jahren Böller immer wieder als Waffe bei gewalttätigen Auseinandersetzungen genutzt wurden.  

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Ein weiteres Argument, das für ein Verbot spricht, ist die Feinstaubbelastung in der Silvesternacht. Obwohl von der Industrie immer als gering bemessen, liegt die Menge frei gesetzter Feinstaubpartikel bei rund 4200 Tonnen. Zu diesem Ergebnis kam das Bundesumweltamt. Diesem zufolge entspricht das ca. 2% der gesamten Menge in Deutschland, die innerhalb eines Jahres entsteht. Feinstaub ist besonders gesundheitsschädlich. Gelangt er – besonders die kleinsten Partikel – durch Einatmen in unseren Körper, so kann er die Lebenserwartung deutlich verkürzen und irreparable Schäden verursachen. Darüber hinaus ist Feinstaub klimaschädlich. Durch das Absetzen der schwarzen Rußpartikel auf Gletschern und Polen werden diese abgedunkelt und somit der Schmelzprozess beschleunigt. Viele Städte sahen dieses Problem jedoch nicht als ausschlaggebend für eine Untersagung von Feuerwerk und Böllern. 

Viele Bürger*innen sorgen sich zudem um das Wohl ihrer Haustiere. Der Lärm von Raketen und Böller versetzt diese oftmals in Panikzustände. Zudem könnten Überbleibsel von Feuerwerkskörpern bedenklich für die Tiere werden, sollten diese versuchen, sie zu essen.  

Dazu kommen mögliche Verletzungen wie Verbrennungen, Augenverletzungen, Platzwunden sowie Hörschäden, die Menschen jährlich an Silvester erleiden und die häufig auf eine unsachgerechte oder leichtsinnige Handhabung von Silvesterböllern zurückzuführen sind. Gut ein Drittel der 8.000 Innenohrverletzungen hinterlassen dabei sogar dauerhafte Schäden, so das Bundesumweltamt. 

Ob es in Zukunft gar keine privaten Feuerwerke mehr geben wird, sondern nur noch offizielle, oder ob das Abfeuern von Raketen und Böllern weiterhin stattfindet wie bisher, wird sich zeigen. Doch klar ist: auch dieses Thema spaltet die Deutschen – und so wird die Diskussion um ein Verbot wohl auch in den kommenden Jahren kein Ende finden.